Kinder mit Genveränderungen
Williams-Beuren-Syndrom

Bei einem von 10 000 – 50 000 neugeborenen Kindern 
ist ein Williams-Beuren-Syndrom zu erwarten.

Chromosom 7
Immer mehr Ärztinnen und Ärzte sehen es Kindern mit Fütterungsschwierigkeiten, Gedeihstörung, Herzgeräusch oder Entwicklungsverzögerung am Gesicht an, daß bei ihnen mit mehr oder weniger großer Wahrscheinlichkeit ein Williams - Beuren - Syndrom vorliegt. Dies wird in einem humangenetischen Diagnostiklabor überprüft, wenn die Eltern es wünschen. Kinder mit Williams - Beuren - Syndrom haben eine Mikrodeletion in der zentromernahen Langarmregion eines Chromosoms 7.

„Ihrem Kind fehlt eine Gensequenz im Chromosom 7“,
sagen die HumangenetikerInnen den Eltern.

Ganz normal, meinen die Kinder, die sich gemäß diesem Genprogramm entwickeln. Sie treten damit ins Leben ein und haben den Anspruch und das Recht, so wie sie sind angenommen, ernst genommen und erzogen zu werden. Von Geburt an gehören sie dazu. Später, als Jugendliche und Erwachsene, möchten sie ihren Beitrag zur sozialen Gemeinschaft leisten und dafür anerkannt werden. Eine Voraussetzung dafür ist, daß ihre etwas andere Entwicklungsnorm von der Umwelt nicht als „Behinderung“, sondern als eine gleichwertige Alternative zu der bei Kindern ohne Genveränderung gewohnten Entwicklungsnorm angesehen wird.       

Die Tatsache, daß sie etwas später laufen und sprechen lernen als Gleichaltrige, behindert die Kinder nicht, solange ihre kognitive Neugier und ihr Bedürfnis nach „geistiger Nahrung“ befriedigt und ihre nonverbalen Kommunikationsfähigkeiten genutzt werden. Letzteres gelingt umso leichter, als davon auszugehen ist, daß sie in der Regel bereits im Kindergartenalter gute sprachliche Audrucksmöglichkeiten entwickelt haben. Durch konsequente Erziehung lernen sie, diese besondere Begabung sinnvoll einzusetzen, sich nicht auf oberflächliche, nur scheinbar intelligente sprachliche Äußerungen zu beschränken und sich auf eine wirkliche Verständigung einzulassen. Ihr großer Charme darf ihre Umwelt nicht dazu verführen, sie in einer Spaßmacher-Rolle festzuhalten. Sie brauchen vielmehr klare Regeln und Grenzen wie andere Kinder. Manchmal erfordert ihre hohe Geräuschempfindlichkeit eine gezielte Desensibilisierung. Ausgehend von ihren erkennbaren Fähigkeiten sollen ihnen von Anfang an im Spiel Handlungsabläufe gezeigt werden, die sie verstehen und selbständig durchführen können, und die mit zunehmendem Alter komplexer werden. Dies trägt dazu bei, daß sie ihre Konzentration erhöhen und die Möglichkeit erhalten, ihre hohe Aktivitätsbereitschaft zu nutzen, um Selbstkompetenz und Selbstwertgefühl aufzubauen.

Das Abendseminar richtet sich an Eltern, Fachleute und interessierte Laien und thematisiert die Problematik aus interdisziplinärer Sicht. Anhand von Videoaufzeichnungen aus der Montessori-Therapie werden die Fähigkeiten von Kindern unterschiedlichen Alters aufgezeigt und Vorstellungen entwickelt, wie sich ihre Eriehungsbedürfnisse befriedigen lassen.

Termin:          
Gebühr:           
Leitung:     
    
Ort:          
Dienstag,      27.04.2004    19.00 – 22.00 Uhr
25,00 € (Eltern zählen als eine Person)
Prof. Dr.Sabine Stengel-Rutkowski, Humangenetikerin, LMU München
Lore Anderlik, Montessori-Therapeutin, Puchheim
Puchheim bei München (Montessori-Praxis) oder bei grosser Teilnehmerzahl
Hörsaal im Klinikum Großhadern, München

Anmeldung bitte nur schriftlich an:
L. Anderlik, Bürgermeister-Koch-Str. 25, 82178 Puchheim
Fax: 089 / 89 02 71 19, bzw. per e-Mail: LAnderlik@aol.com