Erfahrungsbericht der Begegnungswoche
vom 4.-10 September 2000 in der Langau
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...und Ostern treffen wir uns wieder in der Langau
Auch im neuen Millennium haben sich wieder 5 Familien zum Erfahrungsaustausch in Verbindung mit Erholung und gemeinsamer Freizeit mit ihren Kindern vom 4. bis 10. September 2000 in der Bildungs- und Erholungsstätte Langau getroffen. Dieses Jahr sind hauptsächlich jüngere betroffene Kinder (15. Monate, 21. Monate, 27. Monate, 5 Jahre und 8 Jahre) mit 3 Geschwisterkindern in die Langau gekommen, die hervorragend von den Betreuern während der Gesprächzeiten versorgt wurden.
In der Woche konnten sehr viele Themen angesprochen und diskutiert werden.
· Schwerpunkt war das Thema „Es geht nicht
weiter.....so wie ich es will" und „Verhalten in der Öffentlichkeit".
Die Eltern, hier vor allem die hauptbetreuende Person,
meistens die Mutter, werden alltäglich mit den Normen der heutigen Gesellschaft
im Hinblick auf Kinder, sei es Größe, Gewicht, Motorik, Ernährung,
Sauberkeit, schulische Ziele etc. hat, konfrontiert.
Dem entgegen steht der Entwicklungsstand des Kindes,
das seinen eigenen Zeittakt bestimmt. Dadurch kann es zu Konfliktsituationen
oder auch zu persönlichen Krisen der Eltern kommen.
Hilfreich ist hier der Kontakt mit Gleichgesinnten,
ein überzeugendes Bewusstsein, Distanz zu „familiären Störern"
halten und sich in Gesprächen seine eigene Tagesverfassung zugestehen.
Und nie vergessen „Nicht jedem das Gleiche, sondern jedem das Seine".
· Desweiteren wurde diskutiert, ob es Sinn
macht eine WBS-Postkarte, ähnlich der bestehenden Postkarte „Down-Syndrom
hat viele Gesichter" zu gestalten.
Diskutiert wurde über die Zielsetzung beim Einsatz
einer solchen Postkarte. Dient sie als Öffentlichkeitsarbeit um WBS bekannter
zu machen, soll sie im Einklang mit der „Down-Postkarte" allgemein zur Bewusstseinserweiterung
für Behinderung dienen oder kann sie auch als Mittel zu Mitteilung,
mein Kind ist behindert genutzt werden. Mögliche inhaltliche Punkte
wurden gesammelt. Der Postkartenentwurf wird als Projekt einiger Eltern weiter
erarbeitet. Kommentare interessierter Eltern sind willkommen.
· Ein weiterer Schwerpunkt war die Auswahl
des Kindergarten, bzw. der Schule.
Die Eltern von Gesa ( 5 Jahre) und Lisa (8 Jahre)
berichteten von ihren Erfahrungen mit Integrations- bzw. Montessori Kindergarten
und Montessori Schule. Grundsätzlich kommt die Montessori-Pädagogik
in ihren Grundsätzen sehr den Förderungsbedürfnissen von
WBS-Kindern entgegen. Schlüsselwörter sind die vorbereitete Umgebung,
sensible Phasen, das Montessori-Material, Freiarbeit und Individualität.
All dies kann in „Eine Orientierungshilfe für Pädagogen", herausgegeben
von der Regionalgruppe Bayern-Süd, nachgelesen werden.
In diesem Zusammenhang wurde auch allgemein über
die Erfahrung mit und die Erwartung an Integration und somit an Kinderkrippen
und Kindergärten und später an die Schule gesprochen. Die Entscheidung
ob ein Kind in sonderpädagogischen Einrichtungen oder in integrative
Einrichtungen unterrichtet wird liegt letztendlich bei den Eltern.
· Kurz angesprochen wurden Behindertenausweis, Pflegeversicherung, behinderten-gerechtes Testament, Versicherungen allgemein, politische Rahmenbedingungen in den verschiedenen Bundesländern, langfristige Absicherung und mögliche Wohnsituationen für den behinderten Erwachsenen. Das Thema „Möglichkeiten des betreuten oder eventuell selbstständigen Wohnen" bietet sich sicherlich als eine langfristige Projektarbeit für interessierte Eltern an.
Die Mahlzeiten wurden natürlich wie immer gemeinsam eingenommen, d.h. mit einer Ausnahme als die Eltern die Langau bereits um 11 Uhr zur Besteigung des Mount Cockscomb verließen. Gemeinsam mit den Kindern wurden Spaziergänge zur Wieskirche und um den Hopfensee, inklusive Füßebaden gemacht. Täglich fanden Wasserschlachten im hauseigenen Schwimmbad statt. Und natürlich durfte das tägliche Musizieren und Singen in der Arche am Morgen und Abend nicht fehlen. Dies gehört einfach zur Langau.
Die Zeit reichte sogar auch zu einem Herren- und einem Damenabend außerhalb der Langau. Diese Gesprächsthemen bleiben jedoch ein Geheimnis.
Wer mehr wissen will, der
nächste Langau-Termin
steht bereits fest!